24. Dezember 2016

 

Am heutigen Tag wollte ich mir –und vielleicht auch anderen- ein schönes Geschenk machen, aus gegebenem Anlass, auch wenn der sich nicht auf Weihnachten bezieht. Immerhin war ich in der Stimmung, diesen Blog mit einem sehr freundlichen Text zu eröffnen, habe mit Sorgfalt zwei Stunden daran geschrieben, dann auf das Häkchen fürs Speichern geklickt – und weg flog der Text auf Nimmerwiederfinden!

Waren die Engel so begierig auf die beiden im Text geschilderten Geschenke? In meiner Enttäuschung über die in den Himmel verlorene Mühe immerhin doch ein tröstlicher Gedanke. Ab und an schaue ich nun zu den Sternen und warte auf ein Zeichen...

 

 

26. Dezember 2016 

Und was war der „gegebene Anlass“ für die erwähnten Geschenke? Nach zwei Jahren emsigen Bemühens sind nun zwei Bücher erschienen. LANGE LEINE LUST und FIDEFIX.  Natürlich für den Weihnachtsrummel clever zu spät -- was mir total egal ist. Wichtiger war, in letzter Minute begriffen zu haben, dass diese Bücher nicht exklusiv über Amazon bezogen werden sollten. Das habe ich dank BoD.de gerade noch verhindern können, auch um den Preis erheblicher Verzögerung. Nun sind diese Bücher bei Amazon und auch im Buchhandel in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu haben, ebenso für deutsche Leser in U.S.A., Australien, Neuseeland und Kanada. Vermutlich sogar überall, wo die ISBN genügt. --- Nur weiß „kein Schwein“ etwas von meinem Geschenk! Kaum jemand hat von diesen beiden Werken  gehört.

 

Und da beginnt das Abenteuer!

 

Vergleichbar mit dem Schritt, den ich als Dreißigjähriger wagte, mich nicht mehr für die Sicherheit fester Verträge an Stadttheater zu verkaufen, sondern „freischaffend“ zu sein, wie man es in Künstlerkreisen nennt. Da hätte ich ins soziale Out versinken können! Bin ich aber nicht. Und jetzt könnte ich mit siebzig Jahren diese beiden Bücher unerfahren im weiten Ozean der Neuerscheinungen versenken! Will ich aber nicht. Es ist eine Frage von Courage, Phantasie und guten Freunden, diese Titel  bekannt zu machen. Weil mir Christopher von den 17Hippies kürzlich sagte: „Die wirksamste Werbung geht von Mund zu Mund.“ Was voraussetzt, die Bücher begeistern.

 

Und daran glaube ich? Ja, weil beide zum Thema haben, was jeweils viele Leser mögen könnten. In LANGE LEINE LUST ist es Erotik. Und FIDEFIX schildert den telepathischen Dialog mit meinem Hund, was meines Wissens noch kein Autor je beschrieben hat als Austausch von Gedanken in kompletten Sätzen. Mehr dazu weiter unten. Denn "Erotik" als Hinweis auf LANGE LEINE LUST bot zunächst eine Quelle von Missverständnissen! Es hatte mich sogar zu einem rasanten Fehlstart des Buchs provoziert... ! Ausgelöst von der Reaktion des einzigen Verlegers, dem ich es je angeboten habe.  

 

Er schrieb mir: „Was wir, durchaus mit Erfolg, auf dem Feld der erotischen Literatur verlegen, sind Texte, die romantische Frauenunterhaltung mit einem Hauch von Erotik verbinden. LANGE LEINE LUST verhält sich dazu wie ein Ferrari zu einem Opel: es ist ein deutlich ambitionierterer und anspruchsvollerer Text mit einem, wenn ich das so sagen darf, gleichsam französischen Esprit und Flair, steht daher quer zu dem, was wir im Programm haben. Der literarische Leser in mir hat in Ihrer ‚Langen Leine’ sehr gerne gelesen und hält den Text für ein veritables Stück Literatur. Kompliment! Der Verleger in mir, der nicht nur sein Programm, sondern auch die Markt-Chancen eines Textes im Auge haben muss, muss Ihnen für sein Programm leider absagen.“

 

Zunächst hielt ich es für eine aalglatte Formel, mit viel Lob elegant „nein“  zu sagen. Dann aber erfuhr ich, er meinte es ernst. Meine Erotik ist ihm zu gut geschrieben für seine Idee von Erotik-Markt. Welche Arroganz gegenüber der Leserschaft! Der man einen (durchaus ‚feuchten’) Hauch von Ficks zutrauen kann, -- nicht aber mich?!

 

Ausgerechnet ICH sollte nicht fähig sein, Sex genussvoll zu schildern?  Und was ist mein Bestseller ‚Barfuß als Prinz?’ Mich packte ein gerechter Zorn. Vertrauensvoll hatte mir Laura ihr Leben –und ihre Fragen!- anvertraut. In einem Stadium ihres Lebens, das sie fragen lässt: was trieb mich an, was bleibt, und habe ich die wahre Liebe verspielt? Es war genau der Ansatz, den ich hatte, als ich die Chance bekam, meine Biographie zu erzählen, damals ein barfüßiger Prinz. Sex mehr betrachtend, als ihn pornographisch angehaucht zu schildern.

 

Ich hatte mir für dieses neue Buch zuvor darüber keine Gedanken gemacht worin Pornographie sich von Erotik abgrenzt. Eines begrenzt sich auf action, das andre lebt aus der Betrachtung -- durchaus krasser Details. Ich wollte in meinem Zorn aber denen nun beweisen, wie sexrotisch LANGE LEINE LUST ist. Als Cover wählte ich wütend das Porträt einer lasziv mich anschauenden Frau und fügte zu Beginn des Buchs ein Kapitel „voraus“ ein, das im originalen Text dem Leser erst auf der Seite 200 (von 390) zugemutet wird – aber jetzt ganz vorn, von wegen Markt, denen werde ich es beweisen!  Und dieser Zorn hätte fast unser Buch versenkt.

 

Genügend gute Freundinnen, auch Freunde, waren entsetzt. Und eine amerikanische Literaturprofessorin brachte es in der ihnen eigenen Unbefangenheit auf den Punkt. Sie hielt das aufreizende Cover in der erhobenen Hand und sagte: „Ich sehe dieses Buch bei Bahnhofsbuchhandlungen in der Ecke, wo Männer stumm drin blättern – aber keine Frau.“ Und genau dort sollte unser Buch nicht stehen. Also Stop!

 

Ohne Zorn und mit großem Dank und Respekt für die ehrlichen Reaktionen gab ich dem Buch jenes Gesicht zurück, das Laura und ich uns gewünscht hatten: KEIN Foto auf dem Titel, nur die zum Lesen animierenden drei Worte LANGE LEINE LUST, und den krassen Text „voraus“ gestrichen, der Einstieg nun wieder so behutsam, wie sich im Buch die beiden Protagonisten einander nähern, auch wenn sie ohne Scheu über Sex UND Liebe miteinander einen Dialog führen. Und später Gemeinsames erleben.

 

Ich glaube fest, dass genügend Leser solche Behutsamkeit und doch rückhaltlose Offenheit jedem "Hauch von Frauenunterhaltung“ vorziehen. Meine Lust an Harmonie zwischen Trieb und Verstand. Dort nämlich befindet sich für mich Erotik: in hellwach bewusster Hemmungslosigkeit.  Und daher natürlich immer ohne Reue.

 

Einige Freundinnen fragten übrigens, ob es Laura wirklich gibt, oder ich sie erfunden habe. Das amüsiert mich, denn niemals wären mir all diese Amouren eingefallen, wie sie mir meine wahrhaftig lebendige Freundin anvertraute. Allerdings anders als bei meinem ‚Barfuß als Prinz’, in dem nichts frei erfunden war, gab mir hier Laura freie Hand zu freien Phantasien. Denn 'Laura' steht in ihrem aktuellen Leben noch in seriösem Geschäftsleben, ebenso sollen einige ihrer prominenten Liebhaber nicht identifizierbar sein. So wählte ich zwei erfundene Personen, Laura und Yves, die einander von ihrem Leben berichten (sehr nahe an wahrhaftigen Abenteuern), ebenso sich gemeinsam auf aktuelle Affären einlassen, im letzten Teil des Buchs erweitert auf Anbahnungen mit Hilfe von freimütigen Chats. Also Erotik in vielen Facetten und doch auf der Suche nach der einen wahren Liebe -- die uns alle narrt? Zumindest inspiriert sie uns zu ständig neuen Spiel-Varianten.    

 

Worauf der angefügte Titel ‚quasi una fantasia’ hinweist. Er ist ein Begriff aus der Barock-Musik. Damals war den Zuhörern ein Musikstück meist bekannt (wie heute uns  -fast- alle Sex-Varianten bekannt scheinen), aber im Barock beurteilte das Publikum einen Solisten nach seiner ‚fanatsia’ in den Verzierungen des bekannten Themas. Ich hatte Gelegenheit den weltberühmt besten Oboisten darin ausgiebig zu studieren. Denn Albrecht Mayer nahm generös als Erster Oboist der Berliner Philharmoniker an der herzkindergala teil, die ich in der Komischen Oper Berlin inszenierte und die wir filmten. Während des Schnitts sah ich, mit welcher virtuosen ‚fantasia’ er seine Partie verziert und sein Instrument beherrscht.

 

In solchem Anspruch durfte ich Lauras zahllose Amouren als 'quasi una fantasia' verzieren. Beide hatten wir daran großes Vergnügen. Und sind uns sicher, unsere sprudelnde Freude wird sich auf alle Leser übertragen, die in einem solchen Buch allerlei überraschende Wechsel geniessen – erzählt in betrachtender Distanz. Kein Buch für die Bahnhofsecke! Im kuscheligen Zuhause ungestört und in Etappen zu genießen, Praliné nach Praliné. -- Lektüre nicht nur für eine Nacht.

 

Solche Leser gibt es noch? In unserer hektischen Zeit, die allenfalls eilig ins  e-book ‚geladene’ Texte konsumierbar macht? Wahr ist, dass ich im Flugzeug beobachte, es wird zwar noch gelesen, aber von fünf Büchern sieht man dort schon drei e-books. Weshalb ich zustimmte, dass leider auch unsre beiden neuen Bücher zugleich als e-book geordert werden können. Bin gespannt, ob tatsächlich Leser von LANGE LEINE LUST auf den Genuss verzichten werden, dieses Buch ausgedruckt in Händen zu halten...  

 

Juli 2017  

FIDEFIX, ich hör dich denken hat zwar auch die Suche nach Liebe zum Thema, aber es ist ein völlig anderes Sujet! Kein nächstes niedliches Hundebüchlein, sondern der heiter melancholische telepathische Dialog zwischen meinem klugen Hund und mir. Wohlgemerkt  k e i n  sprechender Hund, er denkt ! Durch einen Zufall gelingt es mir, sein wortwörtliches Denken zu 'hören'. Inzwischen habe ich erfahren, dass dies dem neuesten Forschungszweig in Silicon Valley entspricht, dort wollen furchtlose Freaks die Telepathie digitalisiert erfassen. Eine Utopie? Tatsächlich hat noch kein Autor weltweit von einem wortwörtlich telepathischen Dialog zwischen Hund und Mensch berichtet. Vom geheimnisvoll uralten Wissen der Hunde ebenso, wie von amüsanten Überraschungen, die sich unweigerlich ergeben, sobald Tier und Mensch sich auf Augenhöhe unterhalten können -- übrigens ungehört von Dritten. Stoff genug für knapp 190 Seiten lebhafter Lektüre. Nun sogar auch als Hörspiel auf Doppel-CD, für die überzeugend ein kurzes Video von Knut mit Fidefix wirbt. Zu sehen auf youtube unter Fidefix, ebenso auf der Website Fidefix.com -- das Video zeigt den Hund und mich in Bildern für zwei Minuten, das Hörspiel vermittelt einen zweistündigen Film in unserem Kopf und weckt pures Entzücken. Ganz unerwartet erfolgreich! Auch wegen der anrührenden Liebe, die der kleine Fidefix ausgerechnet in Frankreich erlebt. Leider zu einer versnobten Hundedame aus Paris -- aber daraus ergibt sich Stoff für mindestens drei nächste Bücher....  

 

Mit Laura kann ich leider nicht auf Lese-Tour gehen. Es sei denn, eine meiner Kolleginnen hat den Mut, Laura zu ersetzen.... Eine Tour mit Fidefix kann ich mir gut vorstellen, den Kleinen lese ich stellvertretend mit, aber für besonders vitale Passagen spiele ich Szenen des Hörspiels ein. Als unterhaltsame Abwechslung. Mir sind zudem anschließende Gespräche mit den Zuhörern eine große Bereicherung. Nach meinen Lesungen aus 'Barfuß als Prinz' endeten solche Dialoge nie unter drei, meist vier Stunden. Auch über Lauras Lust und Liebe und die Philosophien eines Hundes? Einmal fragte während einer solchen Diskussion nach 'Barfuss als Prinz' und ausgerechnet in Leipzig ein Mann: „Sie diskutieren über derart revolutionäre Themen, haben Sie keine Angst vor dem Verfassungsschutz?“ Tja, so weit reicht das Thema Erotik, meine Herren Verleger, so groß sind in Wahrheit die Markt-Chancen!

 

 

 

Ich möchte die unmittelbare Begegnung solcher Lesungen nicht missen. Und aus dieser Erfahrung verfasse ich Texte für einen solchen Blog. Schreiben Sie mir gerne, sofern meine Bücher Sie zu Fragen animieren. Auch an Laura leite ich solche Fragen gerne weiter, ich füge ihre Antworten dann hier ein. Oder wir antworten Ihnen in persönlichen Mails, bzw. Briefen. Ebenso kann ich gerne Dolmetscher für Fidefix sein. Jedoch haben LANGE LEINE LUST und FIDEFIX auch eine eigene Website mit eigenem Blog. So haben Sie die freie Wahl zu Kontakten. Und ich werde mir gerne die Mühe machen, auch dort für Antworten zu sorgen. Bis mir die Puste ausgeht...  Dann muss Laura selbst schreiben – und der Kleine braucht eine Sekretärin... 

 

langleinelust.com      Fidefix.com          youtube: Fidefix                                                     siehe auch Bücher.de  und BoD.de      und oomoxx.de