Bretagne, im Januar 2014

Bonjour,

dies sind die einzigen von mir selbst verfassten Seiten im Internet die Auskunft geben über mein aktuelles Leben. Es pendelt zwischen Unabhängigkeit als Autor im idyllischen Dorf an der bretonischen Küste, Aktivitäten als Schauspieler und Regisseur in Deutschland und meinem internationalen Einsatz für vorrangig herzkranke Kinder.

Noch immer beschenkt mit ungetrübter Gesundheit, obwohl bereits 1941 geboren, bin ich in der glücklichen Lage, mich nur mit den Projekten zu beschäftigen, die mir gefallen, darunter einige, zu denen mir früher der Mut fehlte. 

Ausgebildet auf der Münchner Otto-Falckenberg-Schule, dann geprägt von zweijähriger Regie-Assistenz bei Fritz Kortner, aber auch den Arbeiten mit Erwin Axer, Peter Zadek, Hans Neuenfels, Claus Peymann, Philippe Adrien, Thomas Engel, Thomas Schamoni u.a., immer in Bewunderung überragend talentierter Schauspielerkollegen begannen ab 1973 meine 'Lehr- und Wanderjahre’ im Versuch, mich aus meiner kleinbürgerlichen Erziehung zu befreien und endlich als Homosexueller liebesfähig zu werden. Dazu half mir die Begegnung mit dem damals 28jährigen Cellisten Christoph Philipp, der mir auch die heilsame Welt anspruchsvoller Musik und ein Engagement für herzkranke Kinder vermachte, als er 39jährig an einem Krebs, der ihm ums Herz herum wucherte, tragisch verstarb.

Da hatte ich aber meine turbulenten Aktivitäten in Deutschland schon zugunsten eines ruhigen Lebens in der Bretagne verlassen, wo ich nur noch am Strand spazieren, gut schmausen und ohne ernstliches Bemühen um Verleger vor allem als Autor leben wollte. Der ich seit meinem zehnten Lebensjahr werden wollte. Ich hoffte mir meinen Traum zu erfüllen in der Abgeschiedenheit einer ‚heiteren Melancholie’. Das bietet mir die bretonische Küste! Wenn ich nur endlich dort bleiben könnte. 

Christophs Krebserkrankung zwang mich zunächst aus reinem Gelderwerb zurück zur Schauspielerei, die sich bald wesentlich auf Arbeiten mit Peter Zadek eingrenzte, bis kurz vor Christophs Tod im Jahr 2005. Danach war mir die Idylle dörflicher Zurückgezogenheit zerstört, mich faszinierten auch wieder die bunten Angebote des Theaters. Mit denen ich nun sehr viel freier umgehen konnte, weil ich dort nicht mehr geliebt werden musste – eine Sehnsucht, die der flüchtig schöne Schauspiel-Schein leider niemals erfüllt. Die Freiheit zur Liebe hatte ich jetzt in mir selbst gefunden. Frei von jedweder Ideologie und spirituellen Versprechungen. Aber auch frei, mich Christophs Idee zu widmen, das Leben (herz-)kranker Kinder zu retten.

Zunächst wollte ich nur posthum seine Idee eines Benefiz-Konzerts einlösen, mit einem Konzert im Deutschen Theater, das mir generös der damalige Intendant Bernd Wilms, aber auch die freundschaftliche Mitwirkung von Eva Mattes, Angela Winkler, Otto Sander, von Studenten des Julius Stern Instituts und der 17Hippies ermöglichte. Daraus wuchs die Idee einer herzkindergala in der Komischen Oper. Sie wurde live und benefiz gefilmt von acht Kamera‐Profis, woraus der magisch schöne FilmLittle heart of Berlin’ entstand, wesentlich zu verdanken Franck Evins überragendem Light Design. Und wie so vieles in diesem Projekt, war es eine wundersame Fügung, dass Franck in Nantes geboren ist, Hauptstadt der historischen Bretagne!